KERNSPINTOMOGRAPHIE:
Magnetresonanztomographie im Umfeld der minimal invasiven Therapie

Die Kernsptintomographie ist ein relativ neues Untersuchungsverfahren,bei dem die magnetische Eigenschaft von Wasserstoffatomen (der Mensch besteht zu ca. 78% aus Wasser!) für die Erstellung von Bildern genutzt wird. Bei der im medizinischen Bereich angewendeten Magnetfeldstärke (bis 1,5 Tesla) sind trotz intensiver Forschungsarbeiten bisher keine Nebenwirkungen festgestellt worden. Sie werden hier mit einer Feldstärke von 1,0 Tesla untersucht. Mit dieser völlig schmerzlosen und modernsten Methode, den Menschen "zu durchschauen", haben wir Radiologen zwei große Vorteile zugunsten unserer Patienten gewonnen.

Zum einen liefert die Kernspin-Tomographie Schnittbilder aus dem Körperinneren, die ebenso gestochen scharf und aufschlussreich sind wie Zeichnungen aus dem Anatomiebuch. Insbesondere Weichteile sind darauf derart kontrastreich wiedergegeben, dass sie mit bislang unerreichter Deutlichkeit zu erkennen sind. Zudem lassen sich diese Aufnahmen in jeder benötigten Ebene anfertigen (sowohl quer als auch längs und schräg durch den Körper) – und das mit einer außerordentlich hohen Auflösung bis zu Details von weniger als einem Millimeter Größe.

 

Kernspintomographie ist völlig schmerzlos und kann beliebig oft wiederholt werden, auch bei Kleinkindern und schwangeren Frauen!

Der Aufwand der Kernspintomographie lohnt sich, weil ihre Bilder mehr Informationen liefern und so eine größere Aussagekraft haben. Für Untersuchungen des Zentralen Nervensystems aus Gehirn und Rückenmark ist sie derzeit sicherlich das beste aller bildgebenden Verfahren. Wegen der deutlichen Kontraste zwischen den Weichteilen können krankhafte Veränderungen zuverlässig erkannt werden. Zum anderen kommen diese Schnittbilder ganz ohne die ionisierenden Strahlen aus, wie sie vom Röntgen her bekannt sind.

Weil diese Belastung entfällt, können Aufnahmen jederzeit und beliebig oft wiederholt werden, selbst bei kleinen Kindern und bei schwangeren Frauen ab dem 4. Monat.

 

Faszinierende Technik, Winzige Atome, Gigantische Magnetfelder, große Wirkung

Die Kernspintomographie - neuerdings Magnetresonanz-Tomographie (MRT) genannt - funktioniert mit starken Magnetfeldern und kurzen Radioimpulsen und basiert auf dem sogenannten Kernspin. Dieser Begriff beschreibt die Eigenschaft
des Atomkerns, sich wie ein Kreisel um seine eigene Achse zu drehen und dadurch zu einem winzig kleinen Magneten zu werden. Das gilt auch für die Atomkerne des Wasserstoffs, die reichlich im Körper enthalten sind, weil der Mensch nun einmal überwiegend aus Wasser besteht.

Im Kernspintomographen wirkt nun auf den Patienten ein Magnetfeld ein, das einige zehntausend Male stärker ist als das der Erde.

Dieses für den Menschen völlig unschädliche Magnetfeld hat einen erwünschten physikalischen Effekt: Die Wasserstoffatome im Körper des Patienten richten sich in dieselbe Richtung aus, genauso wie es Kompassnadeln im Magnetfeld der Erde tun.

Jetzt folgt der nächste Schritt, bei dem Radiofrequenzspulen einen kurzen Impuls mit genau festgelegter Wellenlänge und Stärke in den Körper senden. Das ist ein gezielter Anstoß, der die eben ausgerichteten Wasserstoffatome aus der Reihe "kippt" und sie "torkeln" und "schlingern" läßt. Sie kehren aber rasch in ihre Ausgangsposition zurück.Während dieser "Relaxationszeit" senden die Wasserstoffatome ihre "Resonanzsignale" aus, die von denselben Radiofrequenzspulen empfangen werden. Und genau diese Signale lassen sich für diagnostische Zwecke verwerten.

Ein Spezialcomputer errechnet aus diesen Daten die einzigartigen Kernspintomogramme, die auf dem Monitor die verschiedenen Gewebe in unterschiedlichen Helligkeitsstufen darstellen: Wasserreiche Gewebe erscheinen sehr hell und Gewebe mit wenig Wasser dunkel (weshalb Knochen fast nicht zu sehen sind), während sich die anderen Gewebe wie Muskeln, Bänder, Sehnen und Organe wie Leber und Nieren in fein abgestuften Grautönen sehr deutlich erkennen und bewerten lassen. Auch die Relaxationszeit ist von großer Bedeutung. Aus ihr lassen sich wichtige Rückschlüsse auf die unmittelbare biochemische Umgebung der Atomkerne und damit auf den Zustand des umliegenden Gewebes ziehen.

 

So geht die Untersuchung vor sich:

Das Untersuchungsgerät steht in einem hellen, freundlichen Raum; eins unserer Geräte sogar mit einem Fenster mit Blick in den Park des Marienkrankenhauses. Die Untersuchung dauert zwischen 15 und 30 Minuten, wobei die einzelnen Meßsequenzen unterschiedlich laut sind. Während der Meßzeit sollten Sie möglichst entspannt und ruhig liegen; denken Sie bitte an Urlaub, Sonne oder Wohlbehagen; das hörbare und teilweise recht laute Klopfgeräusch beruht auf elektromagnetischen Schaltungen.

Sie können sich jederzeit mit uns akustisch und optisch verständigen, da wir bei der Untersuchung nur durch eine Fensterscheibe vom Gerät und Ihnen getrennt sind und zusätzlich über Mikrofon oder Notstop-Knopf stets verbunden sind.

Bei der Untersuchung wird der Patient auf einer Liege in die runde Öffnung eines mehr als zwei Meter hohen quaderförmigen Gerätes gefahren. Dort wirkt zunächst ein Magnetfeld auf ihn ein, von dem erwiesenermaßen keinerlei biologische Schäden zu befürchten sind. Lediglich alle metallenen Gegenstände sollte man vorher ablegen. Zum einen, weil sie die Untersuchung stören würden. Und zum anderen ist es möglich, dass das Magnetfeld Uhren an sich zieht, die Zeiger mechanischer Uhren anhält oder die Codierung auf Scheckkarten löscht.

Der Patient muss für eine Kernspintomographieuntersuchung etwas mehr Zeit aufbringen als bei einer konventionellen Röntgenuntersuchung. Grundsätzlich gilt: Je mehr Zeit für die Aufnahme, desto bessere Qualität der Bilder. Um einige Richtzeiten zu nennen: Für die Aufnahme des gesamten Kopfes in Schnittbildern von jeweils sechs Millimetern genügen 10 bis 15 Minuten, während die Aufnahme nur eines Kniegelenkes ca. 15 bis 20 Minuten dauern kann, weil das in den verschiedensten Ebenen geschieht.

 

Risiken und Nebenwirkungen

In manchen Fällen kann es sein, daß wir "Kontrastmittel" spritzen müssen, um bestimmte Veränderungen besser darstellen oder genauer charakterisieren zu können. Trotz weltweit millionenfacher Anwendung sind bisher nur geringfügige Nebenwirkungen wie Übelkeit oder vorübergehender Schmerz an der Injektionsstelle bekanntgeworden.
Nach heutigen Erkenntnissen ist das Verfahren der MRT-Untersuchung risikolos und nebenwirkungsfrei. Vorteilhaft ist weiterhin, daß kein jodhaltiges Kontrastmittel benötigt wird. Manche Patienten mit Herzschrittmachern und alten Gefäßimplantaten können nicht mit dem MRT untersucht werden.

 


 

Informationsblatt für das Aufklärungsgespräch über die Kernspintomographie

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