COMPUTERTOMOGRAPHIE: Menschen in Scheiben

Besonders die Fachrichtung der Radiologie, die sich mit der Darstellung und Auswertung von Bildern aus dem Körperinneren befaßt, hat in den letzten Jahrzehnten eine Revolution erlebt. Sie hat im Jahr 1972 mit dem Computertomographen begonnen.
Die Computertomographie funktioniert mit Röntgenstrahlen. Während jedoch die klassische Röntgentechnik lediglich zweidimensionale Bilder ergibt, bei denen alle hintereinanderliegenden Gewebe des Körpers als Schattenbild auf eine Ebene projiziert sind und sich dort überlagern, bildet die Computertomographie das Körperinnere als einen Querschnitt ab, der sich überlagerungsfrei betrachten läßt. Der Körper wird dafür schichtweise analysiert. Auf diesen Schichten sind Details bis zu einem Millimeter Größe zu erkennen.

Die moderne Computertomographie (CT) stellt ein sehr leistungsfähiges Verfahren der Bildgebung dar. In sehr kurzer Zeit (wenige Sekunden) können ganze Körperteile in hoher Qualität dargestellt werden. Dies ist für viele Erkrankungen, insbesondere im Brustraum, Bauchraum und Gehirn, besonders wichtig. Aufgrund der enormen Schnelligkeit des Verfahrens ist es besonders gut für schwerkranke und akut verletzte Patienten geeignet.

Es ist ein Schnittbildverfahren mit Röntgentechnik zur Beurteilung von Organerkrankungen, wobei Schichtdicken zwischen 1 und 8 mm aufgelöst werden. Durch spezielle Fenstertechniken können sämtliche Organe des Körpers zweidimensional aufgelöst werden. Dazu werden, je nach Körperregion, zwischen 15 und 300 Einzelbilder angefertigt. Zur Untersuchung von bewegten Organen, wie z.B. der Lunge, der Bauchspeicheldrüse oder der Nieren, kann eine spezielle Aufnahmetechnik (Spirale) in Atemstillstand durchgeführt werden. Danach werden die Einzelbilder vom Computer errechnet.

 

Die Anwendungsgebiete:

Einen größten Informationsgewinn haben Untersuchungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Wirbelsäule, etwa bei Bandscheibenschäden, sowie insbesondere Untersuchungen des Bauchraums einschließlich des Darmes, dessen Organe hervorragend dargestellt werden können. Diese Technik ist heute zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel geworden und wird durch die virtuelle Endoskopie, eine computeranimierte Fahrt durch Darm, Lunge und Gefäße, noch weiter verbessert.

 

So funktioniert die Computertomographie

Während der Untersuchung schickt eine um den Patienten kreisende Röntgenröhre einen flachen Fächer von Röntgenstrahlen durch seinen Körper.
Der Röntgenröhre gegenüber sind eine Reihe von Detektoren montiert, die genau registrieren, wieviel Strahlung an welcher Stelle durch das Gewebe hindurch gegangen ist. Weil Röntgenquelle und Röntgendetektoren für jede Aufnahme den Patienten einmal umrunden, werden alle Organe und Gewebe in dieser Schicht aus nahezu tausend Richtungen aufgenommen. Das ergibt Hunderttausende von Messwerten, die an den Computer weitergeleitet werden, und dieser verarbeitet sie fast ohne Zeitverzug zu einem "Tomogramm", zu einem Querschnittsbild des Körpers.

Dieser Querschnitt erscheint auf einem Monitor. Er zeigt die Organe und Gewebe in unterschiedlichen Grauwerten, ähnlich einem konventionellen Röntgenbild, aber mit sehr viel mehr Einzelheiten als dieses - tatsächlich so, als ob aus dem Körper in dieser Ebene eine Schicht herausgeschnitten worden sei. Es werden stets mehrere Schichten aufgenommen, je nach dem zu untersuchenden Bereich.

 

So geht die Untersuchung vor sich

Der Patient wird auf einen fahrbaren "Tisch" in die kreisrunde Abtastöffnung des quaderähnlichen Gerätes geschoben. Während der Untersuchung kreist eine Röntgenröhre um den Patienten. Als Patient haben Sie nichts anderes zu tun, als auf die beiden Lämpchen zu achten: Bei "Rot" müssen Sie kurz die Luft anhalten, weil dann eine Schicht aus dem Körper aufgenommen wird und Atembewegungen auf dem Bild stören könnten; bei "Grün" stellt sich das Gerät neu ein, Sie dürfen sich bewegen. Zu spüren oder zu fühlen ist nichts, zu hören lediglich ein leises Surren.

 

Mögliche Komplikationen

Die Computertomographie ohne Kontrastmittel ist - außer der Strahlenbelastung, die aber sehr gering ist - frei von erkennbaren Risiken. Wenn ein Kontrastmittel verwendet wird, kann es zu Brechreiz kommen, und wenn Sie unter einer Überempfindlichkeit (Allergie) leiden, kann es zu Juckreiz, Hautausschlag und ähnlichen leichteren Reaktionen kommen, die aber von selbst wieder abklingen. Extrem selten sind schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen mit Kreislaufbeteiligung.

 


 

Informationsblatt für das Aufklärungsgespräch über die Computertomographie

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